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Was kommt jetzt?

Life

Flashback: 11.09.2001. Ich komme gerade von der Schule nach Hause und meine Mutter erzählt mir von Flugzeugen, die in das Worldtrade Center gerast sind. Der Fernseher ist an, ich sehe wie die Türme rauchen. Ein Paar Stunden später erlebe ich wie eines der Türme zusammensackt, kurze Zeit später der zweite. In dem Moment dachte ich mir: „die USA werden sich rächen!“.

Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht bewußt, dass dieses Ereignis viele weitere nach sich ziehen wird…

Gegenwart: 11.01.2015. Mehrere Kriege, tausende Tote, Millionen Flüchtlinge, tausender traumatisierter Soldaten und Revolutionen später, zwei Terroristen töten 12 Menschen in Paris.

Nicht nur, dass die Kriege in Afghanistan und im Irak den Terror nicht eingedämmt haben, ja im Gegenteil, ein ganzer Terrorstaat entstanden ist, wurde unsere Freiheit genommen. Wir haben überall Überwachungsstaaten, die alle Informationen aufzusaugen versuchen. Dennoch trifft es eine Redaktion in Paris!

Ich frage mich an dieser Stelle: wenn man mit allen Mitteln der Welt, das Problem nicht in den Griff bekommt und sich die Situation sogar verschärft, dann ist es nach fast 14 Jahren höchste Zeit die Taktik zu überdenken. Vermutlich werden einige argumentieren, dass bei Ausbleiben der genannten Maßnahmen, wir bereits heute alle Burka tragen und Allah anbeten würden. Was jedoch kurze Zeit nach den Attentaten diskutiert wird, ist die mögliche Verschärfung der getroffenen Maßnahmen. Also mehr Überwachung, mehr Militär, mehr Abschottung. Gießen wir damit nicht mehr Öl ins Feuer? Bekämpfen wir das Feuer mit Öl? Oder ist das alles nur ein Vorwand?

Dieser Artikel fällt aus meinem typischen Themenrahmen. Ich wollte meine Gedanken zu diesem Thema nicht zurückhalten und wünsche mir, dass mehr diskutiert wird und wir von der Politik nicht für dumm verkauft werden. Es sei denn, die Politik ist wirklich so dumm und glaubt, dass mit noch mehr Kriegen das Problem zu beseitigen wäre.

Sorry my dear international readers, but I cannot translate this text – my English is not good enough (for this one). 

Comments 15

  1. Leider wird es immer Kriege geben bzw Menschen die einen Krieg anzetteln wollen. Oft geht es ja nicht um irgendwelche Überzeugungen sondern schlicht um Geld, Rohstoffe und Land. Die Welt könnte so ein schöner Ort werden wenn wir uns alle mit all unseren unterschieden akzeptieren könnten… i have a dream… :))

  2. Manchmal muss man off topic schreiben. Zu DIESEM Thema kann man nicht schweigen. Meine Meinung: Taktik. Taktik, um noch mehr dieser unnützen Überwachungs- und Kontrollinstrumente zu installieren. Es ist eine uralte Strategie, die schon die “ollen” Römer angewandt haben. Teile … und herrsche. Liebe Grüße, Steffi

  3. Wir Menschen haben nur 2 Arten von Gefühlen: gute und schlechte. Gute: Liebe, Freude, Glück, Dankbarkeit, Wertschätzung usw.
    Schlechte: Kritik, Neid, Hass, Eifersucht, Minderwertigkeitskomplexe usw. Die meisten Menschen haben einfach überhaupt keine Ahnung, was gute Gefühle sind. Wir wachsen teilweise schon mit dem negativen Gefühlen auf. Das Problem ist der VERGLEICH. Fängt ja schon im Kleinkind-Alter an. Wer hat die besseren Noten, Spielsachen, Kleider usw. Und dann gibt´s Vollidioten, die andere verprügeln. Sogenannte Gangs bilden sich ja nur, weil sie tatsächlich so bescheuert sind, zu glauben, etwas was man bekämpft, würde verschwinden. Dem ist nicht so. Man gibt dem Ganzen noch mehr Aufmerksamkeit. Würden sich mehr Menschen mit dem beschäftigen, was sie lieben und wirklich gern tun, würde die Welt ein klein wenig anders aussehen. Leute, die es zB. nötig haben sogenannte Hater-Kommentare zu verfassen, sollten sich vielleicht einmal mit Selbstreflexion befassen. Wenn man Menschen bitten würde, eine Liste von Dingen erstellen, die sie gerne tun, würde wohl keiner “Haterkommentare verfassen” drauf schreiben. ;) Liebe und Dankbarkeit – das ist es.

  4. Es wird leider immer Kriege geben und wir werden das, glaube ich ,auch nicht zu verhindern wissen,
    aber ich finde es mutig von dir, dass du dieses Thema aufgegriffen hast.
    Liebe Grüße, Alnis

  5. Ich denke das Problem ist wesentlich vielschichtiger. Einerseits ist es sicherlich der Kampf um die Rohstoffe – von denen wir, wie ich bemerken möchte – alle profitieren. Anderseits geht es doch auch um eine Ideologie. Wenn Menschen das Gefühl haben, sie können mit Gewalt andere Menschen unterdrücken wird es zwangsläufig irgendwann in einen Krieg ausarten. So gesehen geht es auch um ein Kampf der Kulturen. So traurig es ist, aber leider lässt sich das Ganze nicht so global anschauen…
    http://www.shopperella.ch

  6. Danke für diesen Kommentar Anna. Du hast genau Recht mit dem was Du geschrieben hast. Bei gleichem Verhalten kann man keine neuen Ergebnisse erwarten. Aber darum geht es ja anscheinend nicht. Krieg ist eine Industrie an der sehr viele ganz viel Geld verdienen. Deswegen wird es wahrscheinlich auch immer Krieg geben.
    Praktischerweise wurde diese Industrie noch um Überwachung des Internets und Kontrolle von Information erweitert, so dass sich noch ein paar Leute mehr die Taschen vollmachen können.
    Momentan ist es auch en vogue alles Leiden der Welt einer bestimmten Religion zuzuschreiben. Das gab es schon einmal und ich hoffe es kommt nicht wieder soweit wie 1939.

  7. Nein, es würden nicht alle Burka und tragen und Allah anbeten, wenn man diese Maßnahmen auslässt, wie du hier geschrieben hast.
    Im Islam gibt es keinen Zwang, es wird also keiner dazu gezwungen an irgendwas zu glauben, oder irgendwas zu tragen. Zwang ist verboten im Islam, das sollte man langsam verstanden haben. Das was irgendwelche Radikalisten betreiben, ist weit von dem, was der Islam vorschreibt. Wenn man sich auch nur ein bisschen damit befasst, dann würde man solche Dinge wissen. Man sollte, wenn man in einem Multikulturellen Europa einfach Kulturen, Religionen und Weltanschauungen tolerieren und respektieren. Ich habe schon einmal bei Dir kommentiert, dass dieses Attentat nicht zu rechtfertigen ist, egal welche Motive diese Radikalisten hatten, aber warum immer gegen den Islam?
    Wenn Schwarze/Farbige beleidigt werden, ist man sofort Rassist. Wenn man Juden beleidigt, ist man anti-semitisch, sich über Homosexuelle lustig zu machen wäre intolerant, aber den Islam in den Dreck zu ziehen, das nennt man Meinungsfreiheit. Traurige Welt

    1. Liebe Diana,

      du spielst u.a. sicher auf die Koransure 2:256 an: „In der Religion gibt es keinen Zwang (d.h. man kann niemand zum (rechten) Glauben zwingen).“ Dieser Vers wird immer wieder als Klassiker herangezogen, wenn religiöse Toleranz im Islam thematisiert wird. Allerdings ist dieser Vers sowohl in der klassischen als auch der modernen Koranexege sehr unterschiedlich interpretiert worden. Zudem gibt es diverse andere Verse, die eine weniger tolerante Botschaft vermitteln.

      In der Koranexegese wurde u.a. darüber gestritten, ob der Vers allgemein gültig ist, d.h. sich auf alle Religionen bezieht oder abrogiert, d.h. später durch einen anderen Vers, der Gültigkeit besitzt, ersetzt wurde. Die Interpretation über keinen Zwang in der Religion ist eine sehr moderne, die v.a. als Reaktion auf den europäischen Kolonialismus zu verstehen ist: Rechtsgelehrte versuchten Vorwürfe zu entkräften, dass der Islam als Religion intolerant sei. Die klassische Auslegung ist eine andere und genau auf klassische, schriftbasierte Auslegungen stützen sich viele radikalislamistische Gruppierungen.

      Tatsache ist jedoch, dass sowohl klassisches islamisches Recht als auch modernes Recht, Apostasie (Abfall vom muslimischen Glauben) entweder mit der Todesstrafe bestraft oder in vielen muslimischen Ländern mit hohen Haftstrafen, Körperstrafen oder Zwangsbuße (Einweisung in Besserungsanstalten) belegt. So gesehen ist zumindest der Muslim nicht frei, dass zu glauben, was er will. Zudem gibt es durchaus massive Missionierungsbestrebungen (da’wa: Aufruf zum Islam).

      Wenn man sich intensiv z.B. während des Studiums mit diesen Themen beschäftigt, ist festzustellen, dass das Toleranzkonzept ein durchaus zweischneidiges Schwert ist.

      Wen das Konzept des bewaffneten Kampfes/Krieges (jihad) im Koran interessiert bzw. wie v.a. radikale Gruppen dieses Konzept auslegen und auf dieser religiösen (!) Basis Terroranschläge legitimieren, dem sei “The Quranic Concept of War” des ehemaligen pakistanischen Generals S.K. Malik empfohlen – quasi ein Klassiker in diesem Bereich.

      Prinzipiell hast du jedoch Recht, dass man zuerst mal vor seiner eigenen Haustür kehren sollte, sprich: Jede Religion, die von sich behauptet, die einzig wahre Botschaft zu vermitteln oder besser, religiöser oder auserwählter zu sein, als andere, birgt eine Radikalisierungs- und Gewaltgefahr in sich. Davon ist das Christen- und auch das Judentum nicht auszunehmen.

    2. Vielleicht missverstehe ich dich gerade und du hast doch verstanden, dass Mangoblüte dies (“wir bereits heute alle Burka tragen und Allah anbeten”) in keiner Weise behauptet hat, sondern es als Beispiel für eine lächerliche Argumentation von Leuten die “Terror” bekämpfen, verwendet hat.
      Falls nicht, dann hast du es hoffentlich jetzt verstanden, dass sie eben dies nicht behauptet hat, sondern in Frage stellt, ob so ein Argument gerechtfertig ist.

      Ich muss ehrlich sagen, dass ich es als Christ nicht verstehen kann, wie man sich derart angegriffen fühlen kann, wenn es Idioten gibt, die meinen Gott karikieren. Über so etwas sollte man stehen, wenn man ohne Zweifel glaubt. Auch vom christlichen Gott soll man sich kein Bildnis machen, trotzdem wird er als alter Mann mit Bart dargestellt. Oder in Filmen wie “Bruce Allmächtig” durch einen Schauspieler dargestellt (nein, es stört mich ehrlich nicht, dass dieser von Morgan Freeman gespielt wird). Gut, das ist alles nicht beleidigend, aber widerspricht eigentlich schon dem was in der Bibel geschrieben steht.

      Würden die so genannten Gläubigen welcher Religion auch immer, wirklich so in die Macht ihres Gottes vertrauen, so würden sie sich nicht erdreisten, eben diese Macht in Frage zu stellen, in dem sie selbst tätig werden und sich rächen, indem sie Menschen töten. Und dies gilt für jede Religion.
      Oliver Kalkofe hat dazu übrigens einen – in meinen Augen – sehr wahren Kommentar verfasst: http://netzfrauen.org/2015/01/11/oliver-kalkofe-statement-zum-attentat-paris-charlie-hebdo/

  8. Ich dachte damals an den Zauberlehrling von Goethe und “Die Geister, die ich rief… ich werd’ sie nicht mehr los”. Du hast völlig Recht mit deinem Artikel: Mehr Krieg und Gewalt erzeugen nur noch mehr Krieg und Gewalt, aber wie einige hier bereits angemerkt haben, ist es nicht im Interesse verschiedenster Gruppen, Krieg zu verhindern. Wenn die Wirtschaft am Boden ist, war und ist Krieg schon immer ein probates Mittel, um für Aufschwung zu sorgen – so pervers dies klingen mag. Die Rüstungsindustrie verdient Millarden mit Waffen, die eingesetzt und getestet werden wollen. Damit der Absatz boomt, braucht es jedoch einen Feind. Dies gilt natürlich nicht nur für die USA, sondern für sehr viele Beteiligte. In gewissem Maße zeigt dieser Konflikt die ganze Perversion der Entwicklungen der letzten Jahrzehnte bzw. eine vollkommen verfehlte Politik auf: Mit dem Irak hat man, bevor man dort einmarschiert ist, auch Geschäfte gemacht und Waffen an Hussein geliefert. In Afghanistan hat man die Mudjaheddin mit Waffen gegen die Russen versorgt. Mit diesen Waffen wurde man dann später selbst beschossen. 9/11 kam nicht wirklich überraschend, auch wenn dies vielleicht so anmuten mag und al-Qaida existiert auch nicht erst seit gestern. Dem liegt eine längere Entwicklung beiseitiger Radikalisierungen zugrunde.

    Ich persönlich finde zwar, man sollte über religiöse Anschauungen allgemein keine Witze reißen, da dies auf die Würde der Gläubigen abzielt, aber das ist auch nur meine Ansicht. Die Wurzel des Problems liegt hier auch ganz sicher nicht begraben.

  9. ich kann deine gedanken sehr gut verstehen anna und ich denke viele stellen sich die gleichen fragen, haben die gleichen gedanken. ich finde es toll, dass du diesen post verfasst hast und ich finde die kommentare dazu wirklich sehr interessant!

    es ist schlimm in was für einer welt wir momentan leben. ich mag die nachrichten fast nicht mehr anschauen. man hat das gefühl überall auf der welt gibt es nur noch krieg, tod und hass. das macht mich wirklich traurig und auch ich frage mich da, wie es wohl weitergeht in unserer welt.. man hofft ja immer darauf das es irgendwie alles wieder gut wird und es “die” lösung für all die probleme gibt von denen wir uns viele ja auch selber gemacht haben.

    liebe grüße!

  10. Why don’t you mention the “Ukraine issue”?… You don’t need to look so far, journalists in Russia like A.Politkovskaya had no rights to freedom of thought neither, not even a right to live…and not only her. I am wondering what is your opinion about it.

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