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My Fashion Week thoughts

Fashion, Personal

Here I am, ill and sad because I can’t attend the Fashion Week in Berlin right now but here are my thoughts on this whole fashion circus:

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Aus gegeben Anlass und aus Trauer, dass ich die Designer for Tomorrow Show von Leandro Cano (und wo ich letztes Jahr Marc Jacobs getroffen habe!!) in Berlin verpasse, sind mir ein paar Gedanken um die Outfits der Besucher einer Fashion Week gekommen. Ich habe mich gefragt, was ich für die paar Tage Modezirkus einpacken würde. Am Liebsten nichts spektakuläres; ich sage voraus, dass das neue Statement wird sein, kein Statement zu setzen.

Sich einfach nicht darum scheren, was man zur Fashion Week anzieht, damit es sich wieder um den Designer und seine Kollektion dreht und nicht, wer am schrillsten angezogen vor dem Zelt auf einen Fotografen lauert und am meisten fotografiert wird.

Es dreht sich schon lange nicht mehr um die Entwürfe auf dem Laufsteg sondern darum, welches Outfit man anzieht, damit man fotografiert wird und selber als Trendsetter auf einem Fashion-Blog landet. Seine 15 Minuten Ruhm; jeder darf Modeikone sein. Ich finde, es ist an der Zeit, dass Designer das Diktat der Mode wieder übernehmen und man sich mehr auf ihre Kollektionen konzentriert und nicht, was eine Chiara Ferragni vor der Show von Moschino getragen hat.

Drang nach Individualität? Dabei ist alles the same shit. Wie Leandra Medine schon sagte “If it’s look like a vagina, it’s probably couture.” Auffallen um jeden Preis; es gibt keine “Moderegeln” mehr, man darf alles mixen und kreuz und quer anziehen. Wo früher noch diskutiert wurde, ob braun zu schwarz passt oder ob es ein No Go sei, wundert man sich heute nicht mehr über Pelz gemixt mit einer Sporthose in Neonfarbe und Sportschuhen (siehe unten). Schlimmer als auf jeder Bad Taste Party!

Zirkus eben.

Alle Jahre wieder beobachte ich das selbe Phänomen; Blogger und Journalisten machen sich immer mehr Gedanken, was sie zur Fashion Week anziehen sollen. Ganz stark war es letzten Sommer in Singapur bei der Fashion Week zu sehen; noch ausgefallener, noch höhere Highheels, noch mehr Kroko-Birkins, noch mehr Botox bis zum geht nicht mehr! Und das, um den Fashionhimmel-Ritterschlag von Streetstyle-Fotografen zu bekommen.

Scott Schuman meinte mal in einem Interview: “[…]But you can tell who are the people who are going over the top to create a shot [or] to be shot. There’s something about that, that, to me anyway, doesn’t create a good shot. There’s something very calculated about it.[…]”

Desiger lassen sich von der Strasse inspirieren (hat das nicht mal Marc Jacobs behauptet?) und nicht umgekehrt. Verkehrte Welt aber so ist der Lauf der Dinge. Gibt es bald nur noch “normale Menschen” und Blogger auf dem Laufsteg, und Models und Designer im Publikum?

Modemacher nehmen real people für deren Werbung statt professionelle Models, siehe Mirsolava Duma, Bloggerinnen Elin Kling und Hanneli Mustaparta (Model und Bloggerin) für Louis Vuitton. Ich nenne es “Girl next door – best friend” effect.

Sehr clever von den Firmen, nicht?

Miroslava Duma und die Russian Chicks Clique, die auch einfach Mal den selben Weg ins Zelt noch einmal für die Fotografen stöckeln, damit jeder sein perfektes Bild bekommt:

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Pose ins Detail perfektioniert:

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“Echte” Menschen werben für Louis Vuitton:

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Annette Weber (InStyle Germany) auf der Fashion Week:

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Comments 41

  1. warum muss ich bei frau weber spontan an otto waalkes denken?
    grundgütiger, dieses outfit kann doch unmöglich ihr ernst sein …
    die gedanken der lady, die da eine reihe hinter ihr sitzt und sich beschämt die hand vor den mund hält, während sie in ihr handy spricht, sind sicher unbezahlbar. :)

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      Man könnte auch die Mütze abnehmen, roten Lippenstift auf die Lippen schmieren und die Sportschuhe gegen High Heels tauschen, dann wäre es zwar immer noch etwas komisch aber man würde denken, es sei Absicht… aber hier? Hmmm…
      Viele Grüße!

  2. Meine Rede. Die hochbezahlten Profi-Blogger haben schon ihre eigenen Fotografen im Schlepptau. Was soll das? Wo ist die Grenze zwischen Inszenierung und Realität? Es hat schon was komisches, wenn man sieht, wie Blogger rund um die Uhr per Twitter, Instagram, Facebook und Blog ein supergeilestollesquietschvergnügtes Leben inszenieren.

    Und bezüglich Fashion Week:
    Früher galt die Regel: Wear black. Only black. Vielleicht wäre das mal sehr entspannend für Augen und Besucher, wenn nicht jeder versucht Anna Dello Russo zu imitieren.
    Die guten alten Zeiten, wo nicht jeder rein durfte, der in einem Streetstyle Blog eine eigene Category hatte. Schön langsam macht das alles sehr Sinn für mich…

  3. Mir ist aufgefallen, dass vor allem bei der Fashion Week in Mailand oder Paris viel stilsichere Damen unterwegs sind, die eher mit geschmackvollen, edlen Outfits auffallen als mit Muster- und sonstigen Mixen.
    Vielleicht ist das ein deutsches Phänomen, vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass sie einen besseren Geschmack haben.

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  4. Auf so einen Beitrag hab ich echt lange gewartet!! Ich teile dieselbe Meinung wie du, Anna! Ich finde auch, dass es um die Designer und die, die sich wirklich damit auskennen, drehen sollte und nicht um irgendwelche Personen, die irgendetwas wild zusammenmixen; hauptsache es sieht “strange”, “edgy” und wild aus. Ich mag so was überhaupt nicht, und denke noch immer nach, ob die Farben/Muster etc wirklich zusammenpassen oder nicht. Das hat für mich rein gar nichts mit Mode zu tun. Ich vermisse echt die Zeiten, wo die Models und Designer gefragt waren.

    1. Ganz meine Meinung, liebe Joy! Da ich in einer Modeschule war und den Entstehungsprozess von Kleidungsstücken (vom eigenhändigen Entwurf bis hin zum fertigen Werkstück) selbst erlebt habe, finde auch ich diese Entwicklung sehr schade.
      Leider wird dieser Trend immer populärer :(

      http://www.violetfleur.com

      1. unfassbar oder? diese frau darf sich chefredakteurin einer modezeitschrift schimpfen!? wie konnte das passieren? anna, kompliment. super bericht.

  5. Ich bin gerade auf der MBFW und muss sagen, ja mache Outfits haben es in sich. Aber die DfT Show war großartig, schade das du sie nicht sehen konntest. Liebe grüße aus Berlin!

  6. ich habe ein foto von frau weber gemacht, da stiess sie bei einem event auf eine andere dame das gleiche gerade “total angesagte” kunstpelzmäntelchen trug. frau a. tat belustigt, aber ihr blick sprach bände!

  7. Großer Gott – das ist doch kein Outfit, Frau Weber.
    Viele Trends und Erscheinungen kann ich ja noch irgendwo verstehen, Geschmäcker sind nun mal verschieden. Aber DAS ist einfach nur lächerlich. Ist mir auch egal wie teuer der Pelz oder wie trendy die Hose ist, ich stell mir bei KIK ein geileres Outfit zusammen :D

  8. Liebe Anna,
    ich kann dir wirklich nur zustimmen, habe auch das Gefühl, dass es den meisten weniger um die FW an sich geht, sondern eher um all die Blogger, die sich mehr oder weniger erfolgreich selbst darstellen.
    Und Frau Weber sieht (minus die Jacke) auch irgendwie nur aus, als käme sie gerade vom laufen….aber vielleicht verstehen wir sie auch alle nicht ;)

    Dieser kritische Schreibstil gefällt mir übrigens sehr gut auf deinem Blog, mach weiter so :)

  9. Der heutige Blogeintrag ist jetzt schon mit Abstand einer meiner Liebsten :) Ich finde es sehr sympathisch und aufrichtig von dir, wie du deine Gedanken rund um diesen “Modezirkus” beschreibst!

    Es ist motivierend zu wissen, dass es noch mehr Leute da draußen gibt, die sich für Mode interessieren und begeistern, aber trotzdem ihrer Linie treu folgen und über diesem ganzen Getue stehen. Selbst die Tatsache, dass du selber Bloggerin bist hält dich nicht davon ab, auch mal gegen den Strom zu schwimmen. Und davor ziehe ich meine Hut.

    In dem Sinne: Vielen Dank für den wunderschönen Blogeintrag und viele, liebe Grüße <3

  10. Auf der einen Seite stimme ich dir voll und ganz zu: Es sollte in erster Linie darum gehen, was die Designer auf dem Laufsteg zeigen. Und es ist schade (oder vielmehr lustig) zu sehen, wie schnell so eine Fashion Week zum Zirkus verkommen kann. Aber bei aller Ernsthaftigkeit sollte man auch nicht vergessen, dass Mode in erster Linie Spaß machen sollte, jedem auf seine ganz persönliche Art. Und wenn sich jemand in extravaganten Outfits wohl fühlt, dann sollte man ihm dieses Vergnügen lassen. Solange man sich nicht verkleidet, nur weil man denkt, man müsse auffallen, ist sicher auch ein gewisses Maß an Zurechtmachen für eine Fashion Week angemessen. Wie immer gilt: Einen gesunden Mittelweg finden ;-)

  11. ich habe die weber wirklich noch nie in einem stilvollen outfit gesehen! jedes mal habe ich dieses fremdschäm gefühl, wenn ich sie sehe! einfach nicht in worte zu fassen wie man wirklich immer outfittechnisch daneben greifen kann!

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  12. es ist ein anderes zeitalter! klar war es irgendwie exklusiv und elegant als die glamazons auf den laufstegen liefen und nur der erlauchte kreis zu den shows konnte. mittlerweile sind wir nunmal alle durch das große www vernetzt. eine studentin wie chiara ferragni schaft es mit eigenem stil bis ganz nach vorne. ich glaube schon, dass es nach wie vor um die show an sich geht, jedoch ist es einfach viel interessanter zu sehen was “echte menschen” tragen, als models auf dem laufsteg. ich sehs nicht so eng. da muss man finde ich auch nicht drüber diskutieren. soll doch jeder tragen was er mag und wenn er sich gerne fotografieren lässt, wen stört das schon ?

  13. Annette Weber ist einfach schräg. In diesem Outfit sieht sie allerdings so aus, als hätte sie gerade stundenlang einem Fusßballspiel ihres Sohnes zugeguckt… Sorry, einfach nur daneben.

    Insgesamt gebe ich dir aboslut recht – viele ziehen sich total übertrieben an bei den Fashion Weeks. Ich finde die Outfits der Models, die von Show zu Show rennen, am inspirierendsten: Bequem, schlicht und modisch trotzdem auf dem neuesten Stand.

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      Liebe Charlotte, ja, “Model Off Duty”-Looks sind auch meine Liebsten! :)
      Alles Liebe!

  14. Eigentlich ist es traurig, dass eine Frau sich so anziehen darf und damit noch “ein Statement setzt” oder als “modemutig” gilt – nur weil sie Annette Weber heißt! Ich meine, ich bin ja durchaus tolerant was Mode angeht – aber wenn ich der Fr. Weber in diesem Aufzug gegenüber stehen würde, könnte ich mir das Lachen nicht verkneifen!
    Wär aber ein lustiges Faschingskostüm! ;-D

  15. Oh weh, Frau Weber… Ja, die hat noch nicht begriffen, dass teuer nicht unbedingt auch stilvoll ist :-) Ich hatte sie gestern den ganzen Tag gegenüber sitzen auf der Fashion Week. Die Outfits waren zum Glück passender und schöner anzusehen. Leider erinnert mich ihr Gesicht immer an ein grinsendes Pferd… Mein Fall ist sie auch allein wegen ihrer “Size 0 für Redakteurinnen-Ansicht” nicht.

    Schade, dass du nicht dabei bist dieses Jahr!!! Du hast gestern einen herrlichen Eklat im Vorfeld der Laurèl-Schau verpasst. 7 Frauen in der gleichen Hose :-D Ein Bild für die Götter :-) Von peinlich berührt bis richtig angep*** waren die Reaktionen :-D Spaßig, spaßig :-D

    Liebe Grüße von Ekatierina (ich darf zum Glück diesmal komplett alles schauen und es ist herrlich :-D)

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      Liebe Ekaterina,

      wow, jetzt ärgere ich mich noch mehr, nicht dabei zu sein! 7 gleiche Hosen!?! :D Wahnsinn, dass Du komplett alles schauen darfst, hätte Dich sehr gerne kennengelernt!
      Liebe Grüße nach Berlin!

  16. du sprichst mir aus der seele anna!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    perfekt geschrieben!!!

    frau weber ist einfach nur peinlich- sonst gar nichts- was soll das sein? ein faschingskostüm?….

    und the blond salad nervt auch nur noch… frau chiara inszeniert sich für meinen geschmack schon etwas too much-
    wen interessieren die ganzen blogger? es geht doch um die kollektion der designer?- irgendwie hat sich da einiges verdreht ….

  17. Sehr gut geschrieben.
    Frau Weber hab ich gar nicht erkannt, kein Wunder bei dem Karnevalskostüm oder wie immer man das nennen mag … ;)
    Ich musste auch gleich an Otto Walkes denken.

  18. Der Anblick der lieben Frau Weber, deren Stil ich eigentlich sonst immer als sehr elegant und sicher aufgefasst habe, lässt mich doch ein wenig die Tatsache hinterfragen, warum die InStyle meine Lieblingszeitschrift ist. Ich meine , es ist ja irgendwo menschlich, auffallen zu wollen, aber leider geraten die Grenzen zwischen “gutem” und “albernen” Auffallen immer mehr in den Hintergrund. Aber gerade als Chefredakteurin ist es doch wichtig, dem Designer den angebrachten Respekt entgegen zu bringen, anständig und stylish gekleidet zu der Modenschau zu erscheinen, oder nicht? Also ich finde, dass das jetzt echt ein Griff ins Klo war von der doch so “stylishen und stilsicheren” Chefredakteurin. Aber da wird wohl klar, dass sogar anerkannte Journalisten nie genug Aufmerksamkeit erhalten können bzw. langsam wohl nicht mehr die interessantesten Modegestalten neben all den Bloggern sind. :D

  19. Liebe Anna dein Artikel spricht mir aus der Seele ! Viele leute verwechseln heutzutage einen guten Stilmix mit verrücktem Durcheinanderkombinieren zueinander unpassender Kleidungsstücke ( siehe Frau Weber ). Und eine weitere Blogger Krankheit scheint ebenfalls das “Es ist teuer und deshalb sieht es gut aus !” Phänomen zu sein. Viele ( Hallo, Miss Ferragni! ) tragen manche Kleider glaube ich nur, weil ein besonderes Label drauf gestickt ist, auch wenn es eigentlich einfach nicht gut aussieht. Nach dem Motto “Ist egal wie es aussieht, steht Dior drauf und gut ist.” Da hilft ihr das Studium an der Bocconi Uni eben auch nicht weiter ;D

  20. Liebe Anna,
    Kompliment! Ein sehr schön geschriebener Artikel. Ich halte mich bei Modenschauen auch sehr gerne an die “always wear black” Regel… das erleichtert die Auswahl auch ungemein ; )

    Zu Frau Weber: Da muss ich mich wirklich fremdschämen, Ich hoffe doch nicht, dass dies ein rein deutsches Phänomen ist! Eher der Fall: Alternde Redakteurin, die krampfhaft versucht irgendwie jung, hipp und unangepasst auszusehen. Irgendwo habe ich ach mal gelesen, dass ihrem Sohn die Outfits seiner Mutter oft sehr peinlich sind… wen wunderts. Das würde ich nicht mal zum Karneval anziehen, wenn ich als Vogelscheuche gehen wollte. Hat etwas von “Bahnhofsviertel-Chic”…
    LG
    Antje

    http://www.greenpinkorange.com

  21. Puh!!!!
    Also das Outfit von Anette Weber ist ja mal sowas von daneben!!!!
    Wie kann man denn so auf einer Fashion Week auftauchen???
    Das ist finde ich sehr unangenehm, da sire ja doch irgendwie InStyle repräsentieren sollte???
    Also ich hätte sie so, freundlich aber sicher, rauswerfen lassen^^
    Ach ja, und die Frau im Hintergrund des Bildes ebenfalls- so kann man zuhause vor dem Fernseher sitzen- aber nicht auf der FW.
    Übrigens der Blog ist dir sehr sehr gut gelungen, du hast es echt auf den Punkt gebracht!!!!
    Lg

  22. Pingback: Let’s go to the (Fashion) Zoo « Mangoblüte | Life & Style Blog

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