Das, was ich schon im Jänner kritisiert habe, wurde nun unter anderem auch von Oscar de la Renta und Catherine Bennett (IMG) bemängelt. Ich zitiere aber erstmal mich selber:

Sich einfach nicht darum scheren, was man zur Fashion Week anzieht, damit es sich wieder um den Designer und seine Kollektion dreht und nicht, wer am schrillsten angezogen vor dem Zelt auf einen Fotografen lauert und am meisten fotografiert wird. Es dreht sich schon lange nicht mehr um die Entwürfe auf dem Laufsteg sondern darum, welches Outfit man anzieht, damit man fotografiert wird und selber als Trendsetter auf einem Fashion-Blog landet. Seine 15 Minuten Ruhm; jeder darf Modeikone sein. Ich finde, es ist an der Zeit, dass Designer das Diktat der Mode wieder übernehmen und man sich mehr auf ihre Kollektionen konzentriert und nicht, was eine Chiara Ferragni vor der Show von Moschino getragen hat.

Tom Ford hat es richtig gemacht; privat, Fotos machen war verboten, nur eine Handvoll sorgfältig auserwählter Leute durfte rein. Eben nur die Leute, die seine Mode lieben und nicht dieses “ich-wurde-eingeladen-und-du-nicht-und-nun-macht-viele-Fotos-von-mir!!!-Getue.

Laut Catherine Bennett sollen sich künftig weniger Blogger vor den Fashion Week Zelten tummeln. Ich persönlich bin kein großer Fan von Fashion Weeks, weil mich eben genau das stört (sogar eher ärgert), dass es dort nicht mehr um die Mode auf dem Laufsteg dreht sondern, wer war da, dass er da war und was hat er getragen. Modezoo mit Zirkusponys! Falls sich das wirklich ändert, bin ich froh, obwohl ich dann wahrscheinlich nicht mehr eingeladen werde, aber das macht nichts.

Ein Zitat aus dem nymag.com-Magazin:

IMG says it hopes to eliminate those attendees with only a “tenuous connection to the fashion industry,” because Lincoln Center “has been swarmed with fashion bloggers, street-style photographers and fashion fans … in addition to the hundreds of journalists and scores of celebrities.” It’s hard not to wonder if under all these claims to improve efficiency there lurks a good, old-fashioned desire to return to exclusivity by getting rid of the modern day riffraff: all of these “fashion bloggers” and press deemed less important.

Aber auf der anderen Seite muss ich sagen, dass Blogger die Mode auf dem Laufsteg sehr schnell und zum Angreifen nah seinen Lesern näher bringen, womit sie sich vielleicht sonst nie beschäftigt hätten. Ob das nun gut oder schlecht ist, muss jeder selbst für sich entscheiden. Viele Designer wollen ja, dass man viel über sie spricht. ABER: Es gibt Blogger und Blogger. Ich finde, dass man Blogger dennoch einladen sollte, aber die Richtigen und in Maßen. Bloß wer oder was entscheidet, wer relevant ist?

Oder sind wir schuld, dass immer weniger Interesse an der Mode sondern eher an den Selfies in der Front Row besteht?

Weitere Artikel zu dem Thema auf anderen Blogs:

Stylekingdom
This is Jane Wayne
Amy & Pink

Ein Foto vom letzten Jahr nach der Louis Vuitton Men SS 12/13 Show in Paris; ein paar “Street-Style-Photo-Hunter” warten draussen:

LV show

© www.mangobluete.com

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9 Comments

  1. Miri says: December 9, 2013 • 10:20:44

    Interessant, dass das Thema mal wieder diskutiert wird… dabei muss man aber sicher auch aufpassen, dass man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht – z.B. kommt auf den Schauen in Berlin mittlerweile jeder x-beliebige Mini-Blogger rein während sich z.B. die Paris Fashion Week schon schwieriger gestaltet – Labels wie LV, Chanel & Co sortieren hier deutlich aus – nur Promiblogger und Blogger mit guten Kontakten kommen hier rein ( also die Ferragnis der Welt). Ob das jetzt gut oder fair ist oder nicht – es sorgt auf jeden Fall für mehr Coverage im Online- und Social Media Bereich. Für die NYFW kann ich nicht sprechen, da ich hier noch keine Erfahrungen habe, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es ähnlich läuft wie in Berlin und es nicht allzu schwer ist v.a. bei kleineren Labels in die Shows zu kommen. Fazit: Die wirklich wichtigen Brands sortieren nach wie vor – der Rest muss eben sehen, wo er bleibt. Tom Fords Ansatz ist da ein gutes Beispiel – jedes Modehaus muss für sich einen Weg finden – es zwingt sie ja (leider?!) keiner Blogger einzuladen ;)

    Reply

  2. Marion says: December 9, 2013 • 13:16:46

    Gute Haltung zu dieser Schwierigen Thematik. Ich stimme dir zu!

    Viele Grüße,
    Marion

    http://www.blondcoffee.wordpress.com

    Reply

  3. Almondcherry says: December 9, 2013 • 13:45:14

    Interessante Thematik und mutig von dir das zu thematisieren. Es gibt wie überall eine Kehrseite der Medaille und so auch bei Bloggern – aber und da muss ich Miri und auch dir zustimmen, durch Blogger kommt die Mode viel schneller bei den Kunden und eben auch im “normalen” Leben an. Mode ist nun auch für die breite Masse zugänglich und erlebbar.

    Liebe Grüße, Lisa
    http://www.almondcherry.com

    Reply

    • Baya says: December 9, 2013 • 17:11:47

      Du bist so süß, plapperst immer den “Großen” nach, hm? :)

      Reply

      • mangobluete says: December 9, 2013 • 17:16:30

        Liebe Baya, ich finde, hier plappert niemand jemanden nach! :)
        Liebe Grüße,
        Anna

        Reply

  4. Chael says: December 9, 2013 • 15:32:44

    Mhhh … I think it depends on the label. For well-known, super luxurious brands it can make senses to limit the audience. Whereas for young, up and coming brands this might be the wrong decision.

    http://www.viennarightnow.com

    Reply

  5. Paula says: December 9, 2013 • 17:36:11

    Ich würde meinen, dass viele Designer wollen, dass man ihre Produkte kauft. Vom Geplappere werden sie nicht reich. Schon gar nicht vom Geplappere von Fashionbloggern, die 6 Monate für ein Kleid des Designers ansparen müssten und es sich darum auch nicht kaufen werden.

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  6. Lisa von Pens&Buttons says: December 10, 2013 • 12:22:30

    Ich finde das Thema auch sehr interessant, habe mir bisher aber noch keine eindeutige Meinung bilden können. Schön, davon auf deinem Blog zu lesen, ich werde mir die anderen Artikel auch durchlesen. Was mich jedoch komplett nervt, ist das zur Zeit einer Fashion Week sämtliche (!) Blogs GoodieBags, Selfies und die immer gleichen verwackelten Fashionshots aus welcher Reihe auch immer posten. Das wird so langweilig, wenn man das gleiche auf allen Blogs sieht. Finde ich jedenfalls.

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  7. Aziza says: December 10, 2013 • 17:41:48

    Ich habe die Fashion week manchmal als Fachbesucher, auf Grund meines Jobs besucht. Und ich finde es auch sehr nervig, dass die Outfits der Besucher mehr ins Gespräch kommen, als die eigentlichen Kollektionen. Inzwischen scheint das Sehen und Gesehen werden, interessanter geworden zu sein. Schade!
    Aber dass Blogger eingeladen werden, finde ich an sich gar nicht störend. Und den Wandel, dass die Fashion Week nun nicht mehr nur von einigen Fachleuten oder “Experten”besucht wird, finde ich auch nicht negativ.
    Wer nun die RICHTIGEN Blogger sind, bleibt dann halt die Frage :-)
    LG Aziza

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