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Instagram Ad Jungle

Blog, Life

Was ist nun Werbung, hat er sich das selber gekauft und wenn ja, warum ist es dann Werbung? Hat das Unternehmen die Bloggerin für das Erwähnen des Produktes bezahlt oder mag sie es wirklich? Oder beides? Blickt ihr da noch durch?

Ich nicht mehr so… Ich denke, dieser Satz fasst die aktuelle Verwirrtheit ganz gut zusammen:

“Die Influencer-Szene changiert aktuell zwischen Unkenntnis und pauschaler Kennzeichnung aller Posts, egal ob Werbung oder Meinung. Es mangelt bisher an Rechtsprechung, die dringend notwendig wäre für die weitere Rechtsfortbildung.”

Quelle

Wenn eine Firma einem Influencer für eine Erwähnung auf Instagram für deren Produkt bezahlt, dann gibt es mittlerweile spezielle Kennzeichnungsmittel auf dieser Plattform. So ist es für den User (auf den zweiten Blick – es ist dann etwas klein oben zu sehen) klar, dass dieses Profil mit dieser Marke kooperiert; “Bezahlte Partnerschaft mit XY”.

Manche Blogger machen es immer noch etwas undurchsichtig und man weiß nicht, ob zB das Hotel sie nun eingeladen hat oder für den Bericht gezahlt hat, etc. Mich als Follower würde es ein wenig ärgern, wenn ich nicht wüsste, ob das nun eine gekaufte Empfehlung ist oder nicht.

Allerdings kursiert auch das Gerücht (korrigiert mich bitte, falls ihr etwas mehr darüber wisst, ich habe lange gesucht und keine offiziellen oder handfesten Meinungen dazu gefunden), dass fast alles, was man sonst noch so in die Kamera hält, als Werbung deklariert werden muss. Egal, ob ich eine selbst gekaufte Jeans von H&M euch weiterempfehle oder in einem Restaurant esse, und den Ort auf Insta markiere. Solange ich den Namen erwähne, ist es auch Werbung und demnach kennzeichnungspflichtig.

Also theoretisch müsste ich auf jedem Instastories-Video oder Bild “Anzeige” oder “Werbung” einfügen – was ich ehrlich gesagt anstrengend mit der Zeit finden würde, es den Redefluss unterbricht und den ganzen Spaß an spontanen Videos nimmt, wenn man nach allen 10 Sekunden überlegen soll, bzw. das Wort “Werbung” eintippen muss (was ja nicht schlimm ist, man kann es auch kopieren und dann wieder einfügen). Aber ihr wisst, was ich meine.

Nun, ich habe ja schon immer behauptet, dass eigentlich alles Werbung sei, was man so auf Instagram oder auf dem Blog veröffentlich. Alles ist eine persönliche Empfehlung oder auch gekaufte Meinung (allerdings gab es diesen Fall noch nie bei mir und ich kenne auch niemanden, wo das so wäre).

Wenn ich einer Freundin ein Buch empfehle – was ich sehr oft mache – dann ist es ja auch Werbung. Muss ich sie dann warnen und sagen “du, weißt eh, dass ich grad Werbung gemacht hab’, gell?”.

Dann will ich das Gleiche auch im Fernsehen haben. Ein am Ende “unterstützt durch Produktplatzierungen” reicht mir nicht, da kann ich mir dann selber aussuchen, was nun gesponsert war und was nicht?

Was ist mit Zeitschriften? Wenn ein Redakteur von Vogue auf die Malediven reist und ein Hotel empfiehlt – woher weiß ich, ob er das Hotel selber ausgewählt hat, oder ob ihn das Hotel eingeladen hat oder sogar für den Aufenthalt bezahlt hat?

Warum wird es dann von Bloggern und auf Instagram verlangt?

Das ist doch Bullsh!t!!

Am Ende wird es aber für den Konsumenten total undurchsichtig und genau das Gegenteil wird erreicht: der Konsument weiß am Ende wieder nicht, was bezahlt ist und was nicht.

Generell sollte man aber IMMER nur für das Produkt und die Marke werben, hinter der man zu 100% steht, dann sollte man sich auch keine Sorgen machen, ob nun die Follower die Werbung abkaufen oder nicht und die Authentizität leidet nicht.

Wie sehr ihr das? Stört euch die Werbung? Was meint ihr zu der Kennzeichnung? Habt ihr Insiderwissen?

© www.mangobluete.com

Comments 11

  1. Toller Beitrag!
    Mich persönlich nervt dieser werbe-Kennzeichnungs-Zirkus unheimlich, da er, wie du schon erwähnt hast, absolut unübersichtlich ist. Werbung zu Kennzeichnen finde ich gut, allerdings sollten dafür einheitliche Gesetzte & Regeln geschaffen werden. Produkte als #ad zu Kennzeichen, die selbst gekauft sind, ist Schwachsinn, dann wäre das ganze Leben ja eine Dauerwerbesendung.
    Außerdem denke ich, dass spätestens jetzt allen klar sein sollte, dass Blogger durch Ihren Blog und Instagram Geld verdienen. Dann kann man sich auch mal denken, dass Hotel xy gezahlt wurde o.ä. Das ist doch dann auch völlig okay. Ich mag es nicht, wenn Leute immer Werbe-Polizei spielen, anstatt den Bloggern auch einfach mal was zu gönnen!

  2. ich finde dies auch richtig nervig im moment – wenn dabei steht kurz werbung reicht das für mich vollkommen – aber wie du sagst wenn man etwas empfehlt ist das echt immer werbung – auch wenn man dafür mal nix bezahlt bekommt
    ich glaube im moment weiß einfach keiner was richtig ist bzw was wirklich auch sinn ergibt – wenn man wirklich bei jedem stück werbung sagen soll was man gut findet ist das schon sehr nervig^^^
    glg katy

    http://www.lakatyfox.com

  3. Hm…

    Ich mach mal ein Gedankenexperiment.

    Wenn du einer Freundin ein Buch empfiehlst, findet das komplett im privaten Bereich zwischen zwei Privatpersonen statt.

    Wenn du als Blogger mit einem eingetragenen Nebengewerbe oder Hauptgewerbe ein Produkt einer unbestimmt großen Menge an potentiellen Konsumenten teilst, verlässt das deutlich den Bereich des privaten und egal ob das Produkt zur Verfügung gestellt wurde, privat gekauft wurde, geschenkt wurde – es wird durch den kommerziellen Background des Senders zu einer kommerziellen Aussage – ergo Werbung.

    Wenn man das konsequent weiter denkt, dann wäre jeder Instagramaccount, der öffentlich ist und der von einer Person mit einem thematisch dazu passenden Gewerbe betrieben wird in jedem Fall komplett Werbung. Er wäre ein Reklameheft. Will man als Privatperson agieren, dann mit separatem Account und damit es sauber trennbar ist auch mit einer geschlossenen Followergruppe.

    Auch als Gewerbetreibender darf man natürlich eine Meinung haben. Als Mensch der aber in der Öffentlichkeit steht, ist jede Meinung zu XY gleichzeitig Reklame für XY.

    Für mich wäre also logisch, dass man nicht jeden einzelnen Post markieren muss, sondern der ganze Account müsste direkt geflagt werden können. Das ist ein gewerblicher Account und der Rest ist dann AGB.

    Wäre das ein funktionierender Denkansatz?

    1. Das ist, wenn mich nicht alles täuscht, auch so in der Handhabung.
      Mit ein bissl Hausverstand ist das auch nachvollziehbar.

      @Anna: ich denke, du hast genügend Kontakte oder die Geldmittel, dich von einem fundierten Anwalt beraten zu lassen.
      Und als Person des öffentlichen Lebens, welche du durch deinen Blog eben bist, hast du einfach eine Verantwortung und ehrlich gesagt, ich finde die Regelung ganz gut. Es gibt immer noch genügend naive Menschen, die durch Blogs beeinflusst werden und sich im krassesten Fall ziemlich verschulden können (die meisten der weiblich Verschuldeten geben als ersten Punkt immer Blogs und Magazine an), sofern sie jeder Werbung folgen. Und hier zu sagen, geht mich nichts an, ist arrogant und nicht gerade menschlich. Wir alle haben den Auftrag, eine funktionierende Gesellschaft zu bilden und dazu gehört eben auch Transparenz.
      Als kleinen Tipp: es gibt aber auch Unterschiede in der deutschen Gesetzregelung und österrreichischen. (Das ist zumindest mein Informationsstand)

      1. Post
        Author

        Liebe Lisa! Ich bin da ganz bei dir und habe überhaupt nichts gegen das Kennzeichnen von Werbung, im Gegenteil! Die Regelung finde ich auch super, nur wünschte ich, es gäbe da mehr klare “Regeln” und für alle klar ersichtlich, bzw. Standards, an die sich ein Blogger/Instagrammer zu halten hat (zumindest im Deutschsprachigen Raum) – aber das wird wohl erstmal ein Wunsch bleiben, da sich viele Anwälte mit dem Thema leider noch nicht auskennen und jeder sagt fast immer was anderes. Wenn ich wieder in Wien bin, werde ich noch einen anderen Anwalt bezüglich der Werbung nachfragen! :)

        Woher hast du denn die These, dass die meisten weiblich Verschuldeten Blogs und Magazine als Grund Nr. 1 angeben? Zu diesem Thema “machen Blogs uns kaufsüchtig?” habe ich schon mal 2012 meine Meinung geschrieben, wenn du es dir mal durchlesen magst: http://mangobluete.com/konsumsucht-durch-blogs/

        Liebe Grüße,
        Anna

  4. Ich genau die selbe Fragen gehabt und hatte die Möglichkeit mit einem Anwalt darüber zu sprechen, der in eine Bloggerkonferenz war. Laut ihm muss man es nur kennzeichnen (mit “Werbung” wenn man auf Deutsch schreibt und “Ad” auf Englisch – das ist auch sehr wichtig WIE man es macht!) falls man für etwas bezahlt wurde. Das heißt egal ob ein Blogger Geld für etwas bekommt oder ein Produkt/stay in a hotel/was auch immer, MUSS er oder sie es mit “Werbung” kennzeichnen. PR Samples sind zB eher eine Grau-Zone, weil sie im normalfall “einfach so” geschickt werden und man nicht darüber berichten muss weil es kein Vertrag oder Besprechung darüber gibt. Um auf Nummer sicher zu gehen empfielt er aber trotzdem als Werbung zu kennzeichnen. Das gute daran ist, das man ja “Werbung – XXX” schreiben kann, also “Werbung – Produkte zur Verfügung gestellt” oder “Werbung – PR Samples”, so weiß der Leser auch WAS für eine Art von Werbung es ist und wir als Blogger sind gesichert auch bei PR Samples. Aber wenn man selbst eine H&M Hose kauft oder im Selfie am Spiegel den selbstgekauften iPhone zeigt, muss man es nicht kennzeichnen. Natürlich ist es in ein gewissen Sinn Werbung, aber dann müssten wir alle entweder nackt sein oder mit einem Plakat rumlaufen wo Werbung steht. Ich hoffe es hat weitergeholfen ;)

    LG, Rosie //Curvy Life stories

  5. Na ja, wenn du über ein Buch deine Freundin erzählst und dafür nicht bezahlt wirst, dann ist es ja keine Werbung, sondern nur eine Empfehlung.
    Wenn du für etwas wasbezahlt du weiter empfiehlst bezahlt wirst, egal ob mit Geld, oder ob es eine Übernachtung im Hotel ist, oder Behandlung in einem Kosmetikstudio – ist es eine Werbung.

    Ich gehe immer davon aus, dass auf instagram alles bezahlte Werbung ist. Und ehrlich gesagt, würde ich deswegen diese Produkte eher kritisch ansehen oder gar nicht kaufen bevor ich mehr darüber lese.

  6. Mir als Leserin/Followerin ist Transparenz sehr wichtig. Ich würde mir wünschen dass eine bezahlte Partnerschaft als solche gekennzeichnet wird und auch PR samples eben als solche ausgewiesen werden, denn gerade bei PR samples gibt es finde ich einen schmalen Grat zwischen „wir schicken wild allen Produkte aus“ und sehr geschickten PR Agenturen die sich und ihre Kunden gut zu verkaufen wissen (ist ja auch ihr Job).

  7. Pingback: Monday Favourites CW43

  8. Ich fände gut, wenn Du vielleicht noch einmal offiziell mit einer/m Rechtsanwalt/-in drüber sprechen könntest. Ich sehe es jetzt nämlich auch immer wieder, dass selbst gekaufte Sachen als “Werbung” gekennzeichnet sind und bin schon ganz kirre. Ob alle richtig liegen oder einfach kollektiv der Herdentrieb eingesetzt hat – keine Ahnung.

    1. Post
      Author

      Liebe Susanna,

      werde ich auf jeden Fall machen, wenn ich wieder zurück in Wien bin!

      Liebe Grüße,
      Anna

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