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How to name it?

Fatshion, Healthy Lifestyle, Life

Bei meinem letzten Beitrag habe ich über “Fatshion” geschrieben und bei Facebook gab es zu diesem Artikel ein paar Meinungen, dass ich die Begriffe nicht richtig gewählt hätte, und dass die Frauen nicht dick seien, die Wortwahl sei abwertend, etc.

Ich selber finde am Begriff “Fatshion” nichts Schlimmes; es sagt genau das Richtige aus: dass Frauen, die Übergrößen tragen, sich auch modisch kleiden wollen. Egal ob man das nun mollig (ich hasse dieses Wort), dick, kurvig, fett, Plus-Size nennt. Jeder definiert die Begriffe für sich anders. Fatshion klingt für mich sogar positiv: obwohl man dick ist, kann man modisch unterwegs sein, was ja eigentlich immer Tabu war. Mode war nur etwas für schlanke Körper und alle anderen sollen sich in Zelte mit Löchern kleiden.

Alle meine Outfitfotos speichere ich unter Fatshion ab. Begriffe wie “Curvy” passen nicht zu 100%, denn es gibt auch schlanke Frauen, die Kurvig sind. Wenn ich mich als Curvy bezeichne, dann könnten schlanke, kurvige Frauen aufzeigen und sagen, dass sie aber eine ganz andere Kleidergröße tragen als ich. Wenn ich sagen würde, die Frauen im Fatshion-Artikel seien normal und Durchschnitt, würde immer jemand kommen und sagen “naja, schlank ist sie nicht gerade…”. Was einige davon vergessen: nicht ich habe die Frauen als dick oder als Plus-Size bezeichnet, sondern die Medien und die Gesellschaft. Wir sind so verwöhnt von den zierlichen Körpern auf Instagram & Co. (auch wenn viele Dank Photoshop so dünn sind), dass man schon normale Menschen als zu dick sehen könnte.

Jemand bei Facebook hat mich gefragt, ob ich nun für Skinny-Mode sei oder dagegen: ich bin dafür, dass JEDE Frau die Möglichkeit haben sollte, sich schön zu kleiden und ihren Stil unabhängig der verfügbaren Kleidung ausleben zu können. Egal, welche Größe sie trägt. Ich selber bin natürlich für Plus-Size und versuche aufzuzeigen, dass man sich auch gut anziehen kann, wenn man selber Übergrößen trägt.

Vielleicht habt Ihr es mitbekommen, dass ich gerade selber dabei bin, abzunehmen. Mich motivieren solche Artikel, wo eine Frau, nachdem sie einiges abgenommen hat, ein Fotoshooting mit sich selber macht. Ich kann sagen, dass ich in dem Körper, in dem ich gerade stecke, unglücklich bin und so nicht sein will. Deswegen arbeite ich daran, diesen Zustand zu ändern. Und ja, manchmal fühlt man sich einfach “fett”, da können solche Ratschläge, wie in einem anderen verlinkten Beitrag, weiterhelfen. Doch meistens fühle ich mich wohl (am Besten nach dem Sport, mit Dutt auf dem Kopf, in Leggings und Pullover und Tasse Tee auf dem Sofa, ungeschminkt), ich will abnehmen und habe mein Ziel vor Augen. Ich will meinen jetzigen Zustand nicht hinnehmen und dennoch nicht wie ein Häufchen Elend durch die Gegend laufen und mich unattraktiv fühlen; im Gegenteil. Der Weg ist das Ziel und da trage ich gerne hübsche Sachen, die auch die Figur betonen, statt sie zu verhüllen. Aber ich schweife ab. Zum Glück gibt es Fatshion und auch einige modische Firmen, die es uns leichter machen, sich auch schön zu kleiden!

Bei diesem Thema wird jedes Wort auf die Waage gelegt und man müsste extrem aufpassen, wie man sich ausdrückt. Mich nervt das, denn es ist ein Zustand des Körpers, wie “schlank”, “sportlich” oder eben “mollig”.

Das allerwichtigste bei diesem Thema ist aber die Gesundheit und ob man sich tief im Inneren wirklich gut, glücklich und wohl fühlt. Was ich nicht will, ist das Dick-Sein zu glorifizieren, sondern, dass jeder ein Recht darauf hat, sich wohl zu fühlen, glücklich mit sich selbst zu sein und den Körper zu akzeptieren oder eben nicht. Wenn nicht, dann steht man vor der Entscheidung, ob man etwas dagegen unternimmt (soweit es möglich ist) oder lernt, den Körper zu akzeptieren und zu lieben. Aber diese Arbeit kann kein Blogger oder Magazin dem Leser abnehmen, das muss man selber entscheiden und lernen.

Comments 10

  1. Ach Anna, manche Menschen wollen doch irgendwie einfach immer nur motzen :) Finde die von dir gewählten Worte vollkommen richtig und verständlich und alles andere ist gewollt und gesucht… Und Recht hast du: das ist so ein Thema, bei dem man immer extrem auf seine Wortwahl achten muss – richtig anstrengend, dabei sollte die Message doch klar sein?

    Ich sehe gerne deinen Bemühungen zu, finde es toll, dass du uns seit einiger Zeit daran teilnehmen lässt und bin gespannt, wie es sich in der nächsten Zeit entwickelt. Du bist super sympathisch und hast einen wunderbaren Geschmack und zeigst, dass man sich auch nicht verstecken braucht, wenn man nicht leicht hungrig aussieht.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz!
    Anna

  2. WOW! Sehr schön geschrieben! Finde es toll, welchen Weg du gehst und auch den Mut hast, dies mit uns zu teilen! #bodylove <3

  3. Irgendwer ist doch immer unzufrieden. Ich mag den Begriff Fatshion gern, weil er eben genau das ausdrückt, was du beschreibst. Lass dich nicht kirre machen und führe dein Blog genauso, wie du es für richtig hältst.

    LG

  4. Es wird immer wieder Personen geben die etwas auszusetzen haben, aber das wirst du leider auch nicht ändern können, mir persönlich hat dein Beitrag sehr gut gefallen und an deiner Wortwahl gab es nichts auszusetzen!
    Liebe Grüße an dich
    Alnis
    http://alnisfescherblog.com

  5. Liebe Anna,

    lass dich von solchen Kommentaren nicht beeinflussen.. Sorry, aber nur weil die, die das so negativ kommentiert haben, wahrscheinlich selber Komplexe in irgendeiner Form haben, sollst du dich ja nicht davon abbringen lassen. Ich verstehe nicht, wieso das Thema “dick sein” so tabuisiert wird? Themen wie Sex, Beziehung, Fetische, Behinderungen, schlimme Krankheiten werden in der Gesellschaft schon eher als “normale” Themen akzeptiert (wenn auch gelegentlich nur im Freundeskreis), aber das “Dick sein” ist einfach eine große Luftblase, um die jeder einen Bogen macht. Ich hab vor ein paar Tagen Zeit im Bild (online, da war ich noch nicht wieder in Österreich) gesehen, da ging es darum, dass 59% aller Europäer übergewichtig sind. Das Thema ist also präsenter als je zuvor. Dass du einige Reaktionen darauf bekommen hast deren Inhalt es war, dass die gezeigten Frauen “nicht dick” seien, zeigt auch ein bisschen, wie verfälscht die Wahrnehmung der Leute ist, denn diese Damen haben wirklich ein paar Kilo zu viel drauf.

    Ich finde es wichtig, dass jeder mit seiner Figur die Möglichkeit haben sollte, sich online Inspiration zu holen und modisch zu kleiden. Auch finde ich es gut und wichtig, dass man, so wie du es auch geschrieben hast, sich selbst in seinem Körper wohl fühlt und vor allem auch auf seine Gesundheit achtet! Ob man dann etwas ändert oder nicht, kann man noch immer selber entscheiden.

    Aber ich versteh diese Übersensibilität nicht, wenn es um dieses Thema geht. Gut, dass du darüber berichtest. Ich hatte übrigens absolut nichts an deiner Wortwahl zu bemängeln und fand den Post sehr interessant.

    xx aus Graz,

    Kat | teastories

    http://www.teastoriesblog.com

  6. Schöner Beitrag. Ich finde, jeder muss sich in seiner Haut wohl fühlen, dennoch spielt die Gesundheit auch eine große Rolle. Vor allem mit zunehmendem Alter ist es einfach wichtig, dass man auf sich achtet. Egal ob beim Thema Gewicht, Ernährung oder Bewegung.
    Aber ich bin auch der Meinung, dass jeder die Möglichkket haben muss, sich stylisch zu kleiden. Egal welche Konfektionsgröße er hat.

    LG Caterina

    http://caterinasblog.com

  7. Ich muss sagen, ich finde dieses Um-den-heißen-Brei-Herumreden so anstrengend!
    “Du weißt schon, diese eine Bekannte von mir. Die, die ein bisschen stärker ist.”
    “Du bist halt einfach ein bisschen molliger als andere.”
    Und das Furchtbarste überhaupt: curvy.

  8. Guter Beitrag, liebe Anna.
    Es gibt leider so viele Menschen, die wegen jeder Kleinigkeit sich melden müssen. Ist doch nun mal ganz egal wie man das Thema nennt. Meine Güte.
    Und wie du schon sagst, jeder hat das Recht und die Freiheit sich so anzuziehen, wie es einem lieb ist. Ich bin zwar eher von der “dünneren” Fraktion, aber nicht skinny wie einige “Vorzeige”blogger oder Models. Doch ich weiß, dass gutes Essen ein Teil meines Lebens ist und ich werde mich da nicht verstellen, auch wenn ich überwiegend gesund esse, aber eben nicht gerade wenig – ich könnte höchstens wieder anfangen mehr Sport zu machen. Das finde ich nämlich sehr inspirierend an dir wie du seit Monaten GESUND(!!) deinen Weg gehst.

    Liebe Grüße, Andrea von The Luster Edition

  9. Schöner Beitrag. Worte an sich sind ja neutral, es ist entscheidend was wir hineininterpretieren & daraus machen …
    Übergröße wir ja stets negativ konnotiert. Aber was soll das denn überhaupt bedeuten? Was soll es vor allem bedeuten, wenn Größen von Marke zu Marke riesige Unterschiede aufweisen? Dann ist man in einer Hose Plussize & in der anderen wieder nicht. Aber Hauptsache das ganze wird gelabelt. Ich kaufe zum Beispiel zwar nicht bei H&M+ ein, aber warum gibt’s im Gegenzug nicht auch ein H&M-? ;)

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