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How Blogs destroy Traveling

Blog, Travels

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© Riad Yasmine

Oh ja, noch schnell nachlesen, welche Lokale die Bloggerin damals für London empfohlen hat, oder sich bei einem Reise-Blog für den großen Urlaub inspirieren lassen? Oder einfach Instagram durchscrollen und Fernweh bekommen?

Ja, das mache ich auch sehr gerne. Nur mittlerweile frage ich mich so oft: war das nun eine ehrliche Empfehlung oder wurden sie jetzt dafür bezahlt, dass sie dort hinfliegen/essen/übernachten? Und anschließend darüber schwärmen. Ist das Hotel wirklich so gut oder tun die Blogger nur so?

Es ist ja auch sehr clever; man nehme viele Blogger, die posten das hübsche Pinterest-Lokal oft genug und schon wird’s zum Hype und auch das Mädel von Nebenan muss dann unbedingt. da. hin. um dann auch so ein Bild auf ihrem Blog/Instagram-Feed zu haben.

Hotels, Restaurants, Fluggesellschaften, Automobilhersteller, Autovermieter, etc. haben schon längst das günstige aber sehr ergiebige Werbe-Tool “Blogger” entdeckt. Obwohl, so günstig sind Blogger Influencer mittlerweile nicht mehr, aber das ist ein anderes Thema.

Sie bieten ein Hotelzimmer/Flugticket (und vielleicht noch Geld) gegen eine Erwähnung am Blog, Snapchat, Instagram -aber bei vielen Bloggern finde ich diese Art der Werbung unglaubwürdig.

Übernachtet und gelobt wird nämlich das Hotel, welches mehr kostenlose Nächte anbietet. Und natürlich sagt der Blogger sofort ja, weil er sich sonst Übernachtungen in einem solchen Hotel nicht leisten könnte/wollte. Wird nicht die Zielgruppe verfehlt, wenn der Blogger davor von Primark schwärmt und dann in einem 5*-Hotel schläft? Und wie authentisch ist es, wenn der Blogger etwas anhimmelt, was vorher gar nicht auf seinem Radar war? Und wenn etwas (Hotel, AirBnb,…) mal nicht gesponsert wurde, dann wird der Ort auf Biegen und Brechen vor den Followern verheimlicht, und nicht geogetagged; man will ja nicht umsonst Werbung machen.

Wie glaubhaft sind die werbenden Blogger, die heute das bewerben und morgen jenes? Geht es nur darum, Hauptsache viel zu verdienen, um die Miete zu bezahlen?

Das Besondere am Bloggen ist, dass der Blogger Glaubwürdigkeit verkauft (im Fernsehen ist es klar ersichtlich, wenn Werbung kommt). Man verbindet das Produkt mit der Person. Welche Blogger haben tatsächlich die Möglichkeit, sich die Kunden selber aussuchen zu können? Eine Chiara oder Kristina vielleicht.

Wenn man Geld damit verdienen muss, dann leidet die eigene Auswahl; es gibt vielleicht zwar ein paar Grundsätze (“ich werbe nicht für Hundefutter”), aber sie verschwinden im Grauen, da das bloße Tragen einer Handtasche nicht der finale Akt war, die Tasche wirklich selber zu kaufen, sondern, der Blogger kriegt das Produkt gestellt und wird dann vielleicht auch noch für das Tragen bezahlt. Aber der Leser dieses Blogs geht aktiv in ein Geschäft und gibt sein Geld tatsächlich für diese Tasche aus.

Aber wie sind wir jetzt bei Handtaschen gelandet?

Worauf ich mit diesem Beitrag eigentlich hinaus will: natürlich sind die Fotos schön und eine tolle Reiseinspiration, aber ich vermisse die Insider-Tipps, das ehrliche, authentische Reisen, Hotels selber aussuchen, normale, ungestellte Fotos, ehrliche Reviews,… wo sind sie?? Es geht nur noch darum, die besten Shooting-Locations zu finden und vorab wird schon geschaut, ob das Hotel “instagramable” ist. Ob es schmeckt oder gut ist, ist zweitrangig.

Man hat das Gefühl, dass der Influencer es gar nicht schätzt, wie privilegiert er eigentlich ist, mit Reisen Geld verdienen zu können. Aber ja, es ist eine Zwickmühle, wenn man davon leben muss und die Diskussion fängt wieder von vorne an.

Ach ja: von diesem Pool im Hotel Riad Yasmine in Morocco gibt es unzählige, fast identische Fotos auf Blogs und Instagram – Tschüss Originalität:

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© Riad Yasmine

Comments 37

  1. Meine Reisen sind immer authentisch. Keine reinen “Poserfotos”. Wie wirds bewertet? Kaum Likes und Kommentare. Warum kommen also die ganzen künstlichen Fotos? Weil sie eben beliebt sind :) Schade ist es, aber die Meisten wollen genau das sehen. Nackte Möppies und Ärsche, kunstvoll und unauthentisch in Szene gesetzt.

    1. Ha, genau das dachte ich auch gerade. Ich würde mich zu den authentischeren Bloggern zählen (meine Reiseposts sind zu 90% “Nebenprodukt” meines eigentlichen Jobs) – und der Erfolg bleibt zahlenmäßig leider aus.
      Ich verstehe den Gedanken hinter diesem Post absolut und würde mir wünschen, er setzte sich auch bei Lesern, Agenturen & Co fest. Aber im Endeffekt bestimmt der Kunde/Rezipient was produziert/gelesen wird. Das Problem ist eben, dass die – ich nenne es mal ganz dreist beim Namen – intellektuellere Leserschaft weniger mit Liken, Shares & Co am Hut hat. Schade.

  2. Schwieriges Thema!- da mich ferne Reiseziele so und so nicht interessieren, interessieren mich dann Blogger die permanent uebers Reisen schreiben gar nicht wirklich…- und nach einer gewissen Zeit merkt man doch so und so was ist Fake und was nicht- auch der Bloggerhype wird sich wieder legen- und nur weil der eine eine Gesichtscreme geschenkt bekommt und fuer gut empfindet bilde ich mir dennoch meine eigene Meinung, das ist doch so und so das um und auf!

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      Huhu!

      Klar, sich eigene Meinung bilden ist selbstverständlich, aber wenn junge Mädels immer wieder auf all ihren Lieblingsblogs die selbe Creme sehen, dann wollen sie sie sich auch irgendwann kaufen…
      Ich vermute mal, dass solche Blogs von genau solchen Fan-Girls leben, die alles ihnen Vorbildern nachkaufen und blind vertrauen, weil sie genauso sein wollen und genau den selben Lebensstil leben wollen.

      Liebe Grüße,
      Anna

  3. Liebe Anne, du sprichst mir aus der Seele! Leider gibt es KAUM mehr Blogs, die unabhängig berichten. Da bist du eine der wenigen Damen. Und wenn mal etwas wirklich total offensichtlich ist (teilweise mit PR-Text) und ich einen Kommentar hinterlasse, wird der einfach gelöscht. Ich traue mittlerweile kaum einem Blogger mehr. Kauft man teilweise Sachen im Netz nach, ist die Qualität („Sooo kuschelig“) einfach nur billig. Schade, vor ein paar Jahren war das noch anders.
    Ich grüße dich aus Köln, Charlotte

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        Liebe Charlotte,

        vielen Dank für dein Kompliment! Deine Aussage “Ich traue mittlerweile kaum einem Blogger mehr.” müsste so einigen Bloggern zu denken geben… Es ist wirklich schade, was aus vielen Blogs geworden ist.

        Liebe Grüße,
        Anna

  4. “Worauf ich mit diesem Beitrag eigentlich hinaus will: natürlich sind die Fotos schön und eine tolle Reiseinspiration, aber ich vermisse die Insider-Tipps, das ehrliche, authentische Reisen, Hotels selber aussuchen, normale, ungestellte Fotos, ehrliche Reviews,… wo sind sie??”

    Hallo Anna,

    das ist fast ganz einfach: man muss nur einen Blog finden, der nur als Hobby neben einem Haupt-Vollzeit-Beruf betrieben wird. Zu erkennen an: nur 2-3 Reisen/Jahr (daraus resultierend auch oft nur 10 bis 20 Beiträge im ganzen Jahr), kaum bis keine Links zu Marken uä. und an einem mangelnden “Dieser Beitrag ist mit freundlich Unterstützung/in Kooperation mit XY entstanden” ;-).

    Durch solche Blogs habe ich schon wirklich viele schöne Insidertips kennen gelernt – auch manche Reinfälle, aber nur deswegen, weil Geschmäcker und Wahrnehmungen verschieden sind.

    Ganz schön, aber sehr sehr selten, finde ich derartige Artikel, die ganz offen mit Sponsorings umgehen. Die beiden Damen von likeariot machen das zum Beispiel so. Da wird sich zu Beginn des Artikels ganz offen darüber gefreut, dass Marke/Anbieter XY ein Angebot gemacht hat und dass man das gern angenommen hat. Auch bei feeistmeinname geht man – für meinen Geschmack – sehr angenehm und offen mit Kooperationen um.

    Ganz eklig finde ich die Artikel, bei denen ganz unten im Kleingedruckten ein “spondored by” steht und bei dem man bei jedem Satz merkt, wie verkrampft da gerade ein PR-Text geschrieben wurde und wie auffällig oft (und meiner Meinung nach auch an unpassenden Stellen und unangenehm penetrant) der “Kooperationspartner” erwähnt wird. Das ist für mich Antiwerbung. Das bewirkt bei mir nicht zwangsläufig, dass ich den Kooperationspartner in Frage stelle (der schreibt den Text ja nicht), aber den Blogger – und dem folge ich dann auch nach 2-3 solcher Beiträge nicht mehr.

    Zu guter letzt bleibt einem ja Gott sei Dank noch der gute alte Print-Reiseführer :D

    Ganz herzliche Grüße,
    Mona

    1. Diese Blogs sehe ich mir gleich mal an – genau so was suche ich. Man findet’s nur leider super schwer!

  5. Ich finde du hast da absolut Recht. Allerdings finde ich, dass sich solche Blogger damit auch immer selbst ein Bein stellen da man solche unauthentischen posts einfach ausmachen kann und wenn ein Blogger nur solche Inhalte liefert bin ich auch ganz schnell wieder weg… auf lange Sicht bring es ihnen also garnichts.

    xx Lisa
    lisaautumn.com

  6. Danke, dass das mal gesagt wird. Früher ist noch gestanden “sponsered by” wo es heute “in freundlicher Kooperation mit..” heißt, das hört sich doch gleich viel netter und weniger gekauft an.
    Leider habe ich bei vielen, vielen Blogs das Gefühl, dass es sich hier nur noch um clevere Werbetexte handelt. Wenn man dann mal nachhakt, kommt das typische “wir veröffentlichen nur content, von dem wir zu 100% überzeugt sind”. Ja klar, wenn ich 250.000€/Jahr mache, dann lass ich mich auch von vielem überzeugen.

  7. Hallo Anna! Ich bin momentan auf der Suche nach Inspiration und habe bereits viele Blogs durchstöbert, in der Hoffnung, was glaubwürdiges und authentisches für meine nächste Reise zu finden. Leider wirklich sehr frustrierend und enttäuschend, muss ich zugeben – oder ich suche an der falschen Stelle. Mittlerweile findet man nur noch super überteuerte Luxus-Resorts, die man sich als Normalo ohnehin nicht leisten kann, ja, und dann halt immer die selben Fotos .. alles so gestellt! Ich finde es wirklich schade! LG Bianca

  8. Liebe Anna,
    du hast ja so recht und ich stimme dir in allen Punkten zu! Die Dauerwerbesendung nervt und deswegen habe ich solche “Blogger” und “Influencer” schon längst aus meiner Liste gestrichen.
    Deine Berichte hingegen sind unglaublich informativ und du gibst – so hat es für mich zumindest den Anschein – deine ehrliche Meinung preis. Bitte mach weiter so, ich lese deinen Blog seit 4 Jahren.

    Liebe Grüße,
    Joana

  9. Ebenso danke für den Artikel.

    Du hast recht, das Netz ist schon ziemlich voll von solchen “scheinheiligen” Berichten: „dort ist es so toll! Da musst du unbedingt hin!“ wobei man von vorne bis hinten merkt wie zwanghaft PR-artig der Bericht schon ist. Wie Mona von Alltagsfluchten schon erwähnt, es ist dann meistens erkennbar wenn der Blog kommerziell betrieben wird, also der Blogger rein davon lebt. Krass finde ich dann die Blogbeiträge die aus zwei Sätzen bestehen, ala es war so toll dort, zigtausend perfekt inszinierte Fotos und unten sponsored by.

    Da machen es sich einige ziemlich leicht, aber wie eben auch Mona von Alltagsfluchten sagt es gibt noch genügend Blogger wo man wirklich richtig gute Reisehinweise bekommen kann, das sind eben jene die eben nicht davon leben, jene die es nach “frei schnauze” machen auf Deutsch authentisch bleiben. Ich kann selber ein Lied davon singen, ich stehe gerade auf der Kippe. Ich werde überhäuft mit Kooperationsanfragen, weil scheinbar meine Authenzität zieht, was ich echt echt toll finde, allerdings arbeite ich Vollzeit. Weiters möchte ich meinen Lesern echt erlebte Berichte liefern und gut ausgewählte Fotos. So ein Artikel dauert dann schon mal. Ich muss planen, organisieren, erleben und dann von den vielen Fotos auswählen, dafür habe ich nur meine Freizeit. Weiters würde ich niemals auf die Idee kommen eine Kooperation zu machen und einen Artikel online schicken, wo ich nur einen Absatz schreibe, ach da wars toll, und 40 perfekt inszenierte Fotos dann draufstelle, dann wäre auch meine Authenzität dann dahin.

    Natürlich könnte ich dann viel mehr Kooperationen abwickeln, aber das ist ja nicht mein Sinn des Bloggens bzw war es glaub ich auch nicht der ursprüngliche Sinn des Bloggens. Mittlerweile wird Bloggen leider derartig kommerziell von manchen betrieben, dass es eigentlich nur mehr einem Fotoalbum oder einem Magazin gleicht. Die Kooperationspartner erhoffen sich viel, obwohl nur ein Bildchen SEO technisch halt nicht die Welt ist und die Leser bzw Follower von diesen Blogger sind meisten eh nur Schnell-Konsum-Follower die sich das eh nicht leisten könnten zum Hinfahren bzw auch nicht machen. Ja, aber ich denke es soll jeder so halten wie er will. Wie eben Mona erwähnt gibt es ja noch ganz viele tolle andere Blogger, wo Qualität, Authenzität vor Quantität und Geldscheffeln steht.

    Liebe Grüße Doris

    1. “Zigtausend perfekt inszinierte Fotos” sind auch Arbeit – nur eben eine andere. Korrekte Rechtschreibung z.B. ist auch eine Form der InszEnierung und Authentizität eine Illusion.

  10. Hallo an Alle.
    Ich bin noch sehr am Anfang mit bloggen. Ich schaue mir viele Blogs an und vermutlich ist die Versuchung gr0ß für alles mögliche zu “werben”, was ja legitim ist. Doch ich merke sehr wohl wer sich ehrlich begeistert oder nur schnell was postet. Vielleicht dauert es länger Leser zu erreichen, doch Qualität geht vor Quantität auf Dauer. Grüße von Gabi

  11. Wie recht du hast liebe Anna! Man merkt aber meist gleich ob es sich hier um “Sponsored- Posts” handelt” mich nervt das schon sehr lange und ich lese diese Blogs nicht mehr!
    Liebe Grüße
    Alnis

  12. Ich mag solche Blogs auch nicht, aber es gibt ja genug LeserInnen, die ihre daily dose gesponserter, zurückhaltend gekennzeichneter Beiträge wollen… Heraus kommen Bloggerinnen, die allesamt gleich aussehen und alle zur selben Zeit im Jahr dieselben Produkte verwenden und dieselben Spas oder Hotels besuchen. Gerade aufgefallen ist mir das wieder bei den Posts über dieses Forsthofgut Spa. Besonders lächerlich fand ich es, als sich eine Zeit lang alle Bloggerinnen diesen Kaffeesatz ins Gesicht geschmiert und Fotos davon gepostet haben – ich hab leider vergessen, wie der Hersteller dieser Pflegelinie genau hieß. Eine Marke, die mich persönlich durch die ständige Kooperationen mittlerweile nur noch ankotzt, ist Anna Inspiring Jewellery. Oder diese schrecklichen Uhren, die man überall sehen konnte, die mit den Bändern aus gestreiftem Stoff.

  13. Liebe Anna! Es ist herrlich erfrischend, dass du dieses Thema aufgreifst. Die Reiseposts sind die schlimmsten überhaupt, man erfährt null über Land und Leute, es geht nur ums Hotel (vorzugsweise 5 Stern) und wo es ein Avocadobrot gibt. Oberflächlichkeit und Ignoranz deluxe wird da rübergebracht, dass einem fast übel wird. Ich halte mich da viel lieber an Reiseforen und die guten alten Reiseführer (gerne lonely planet – da sind oft sehr witzige Empfehlungen der anderen Art drinnen).
    Für mich war Bloggen immer ein Hobby, all jene, die das hauptberuflich machen, können gar nicht mehr authentisch und unabhängig berichten, sie leben ja mittlerweile davon. Und weil Kreativität eher Mangelware in der Branche ist, kleiden sich alle gleich, essen die gleichen Einheitslebensmittel (sorry Superfoods) und residieren in den gleichen Hotels,. Ach ja, die Wohnungen schauen auch alle gleich aus, Naja, die Totalaufgabe jeglicher Individualität/Identität müssen sich Firmen schon was kosten lassen…
    Ich lese auch immer weniger Blogs, mich nerven die gestellten Bilder (hab jetzt ein paar Mal österr. Bloggerinnen in echt gesehen – der Unterschied zu den Instagram Bildern ist enorm – was Photoshop bzw, der richtige Filter alles möglich macht….) und diese scheinbar ausschließlich heile Pinterestwelt. Da kann ich gleich Märchen auch anschauen…..
    Und dann das ewige Jammern aufgrund der vielen, vielen Arbeit. Wenn junge Mädchen, die hin und wieder einen Post schreiben und ein paar Bilder von sich posten und dann das Einkommen eines Generaldirektors dafür lukrieren, dann haben sie endgültig die Bodenhaftung verloren (was man mehr und mehr sieht)
    Danke Anna, dass du immer wieder solche Themen aufgreifst – dann hab ich nicht das Gefühl, dass ich die Einzige bin, die das nervt!!!

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      Liebe Alexa,

      ich gebe dir vollkommen recht!
      Ich finde es sehr schade, dass Meinungen käuflich sind…

      Liebe Grüße,
      Anna

  14. Schreibst Du nicht auch öfters, dass Du “Pressetarife” in Hotels bekommst? Wobei mir persönlich das ziemlich egal ist,, die meisten Blogger steigen in Hotels ab, die ich mir weden leisten könnte, bzw überhaupt wollte! Ich würde einfach keine 200+++ € für eine Nacht schlafen zahlen, Um das Geld fahre ich lieber ein verlängertes Wochenende weg, inlusive Anreise. :) Dafür bin ich ein großer Fan von Airbnb.

    Trotzdem schaue ich mir Reiseberichte bei Dir und auch anderen Bloggern gerne an, weniger als Inspiration, es ist einfach nicht meine Art zu reisen, sondern mehr als Blick, durch Schlüsselloch, wie andere das machen.

    Ich glaube auch nicht, dass Blogs Reisen zerstört,. Es kommt doch einfach nur darauf an, wem man bei Instagram & Co folgt und von wem man sich inspirieren lässt. Großartige Fotografen wie Alex Strohl, nur um ein Beisipiel zu nennen, posten traumhafte Reisebilder und das sind die Leute von denen ich mich inspireiren lasse und da gibt es sehr, sehr selten ein und dasselbe Motiv. Wir haben es selbst in der Hand unseren Instagramfeed (und sämtliche andere) selbst zu kuratieren.

    1. Post
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      Liebe Ursula,

      ich suche mir zuerst ein Hotel aus und kontaktiere sie dann und frage, ob ich eine Presserate haben könnte. Denn ich werde sowieso über das Hotel berichten und es wäre so oder so Werbung (egal, ob ich positiv oder negativ darüber berichte), deswegen könnten sie ja eine vergünstigte Rate mir anbieten, wenn sie schon so viel Werbung bekommen.
      Aber da ich das Hotel selber auswähle und dafür zahle (die Presserate ist nicht signifikant günstiger), fühle ich mich immer sehr frei beim Bewerten der Unterkünfte.

      Das könnte jetzt etwas abgehoben klingen, aber seit ich in Österreich lebe, waren wir immer in Hotels ab 4 Sternen unterwegs und es wäre unglaubwürdig bei mir, wenn ich plötzlich ein 3*-Hotel hier am Blog empfehlen würde.

      Liebe Grüße aus Wien schicke ich Dir!
      Anna

  15. Ich folge keinen Lifestyle/Reiseblogs aber das Phänomen ist in den Kosmetikblogs ja auch nichts neues.

    Es gibt immer wieder Wellen von Kooperationen/Produkten bei denen dann alle ganz begeistert sind von dem Produkt. Wenn man dann mal den offensichtlichen Gebrauch von Photoshop anspricht mit dem für Foundation XY geworben wird…huiuiui :-D Wie kann man es nur wagen!

    Ich folge mittlerweile nur noch 3-4 Blogs dieser Art bei denen regelmäßg auch kritisch berichtet wird und ich so den Eindruck habe, dass die Bewertung des Bloggers auch der Wahrheit entspricht.

    Das ist übrigens absurderweise das Schöne bei dir. Bei dir weiß man, dass du einfach das Geld hast um dir höherpreisige Hotels leisten zu können und dadurch in der Lage bist durchaus kritisch zu berichten und dies auch tust. Auch wenn du oft dafür angefeindet wurdest/wirst, dass dein finanzieller Hintergrund durchaus ein Vorteil sein kann, bedenkt keiner.

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      Liebe Berit,

      vielen Dank für deinen Kommentar und deine Unterstützung!

      Liebe Grüße,
      Anna

  16. Ja und genau deshalb musst du uns bitte bitte bitte unbedingt erhalten bleiben!! Du bist irgendwie noch meine einzige authetische Zuflucht in dieser echt unerträglich gewordenen instagramablen Welt.

  17. Liebe Anna,

    mir, als Nicht-Blogerin, hast du ein wenig aus der Seele geredet! Ich finde es sehr schade, dass alle an die gleichen schönen Ziele reisen und es damit auf Instagram oder den Blogs einem Einheitsbrei gleich kommt. Viele Blogs lese ich deswegen garnicht mehr, weil es mir nach dem zweiten mal lesen, wie toll doch die Braun Satin Hair 7 Serie ist, zu den Ohren raus kommt. Ich weiß ja noch nicht einmal, ob sie wirklich gefallen an den Produkten oder reisen haben, wenn man nur zwei Tage an einem Ort ist. Gesehen hat man dann im Normalfall, außer dem Hotel (zum shooten), nichts.
    Es ist super schade, dass wirkliche Arbeit, die ein Blog nun mal macht, leider nicht mehr wertgeschätzt wird und so viele Blogger auch zu Kooperationen verleitet werden. Geld verdient sich nunmal nicht im Schlaf und das kann ich auch als Leserin nachvollziehen. Wirklich guten Content zu schaffen erfordert viel Mühe und Arbeit – nicht zuletzt habe ich das im Urlaub mit einer Blogger -Freundin gemerkt. Bei ihr durfte erst nach dem perfekten Bild angefangen werden zu essen. Ich würde das nicht aushalten und fände es auch schade, weil durch die Kamera oft der Blick für kleines Verloren geht.
    Nichtsdestotrotz freue ich mich über authentische Berichte über Erlebtes von so jemandem, wie dir. Gerade bei deinen Sansibar-Posts ( ich bin in Dar-es-Salaam aufgewachsen) konnte ich sehen, dass es dir wirklich gefallen hat und du die Leser so mitnehmen wolltest, wie du es erlebt hast. Auch deine Japanartikel haben mich inspiriert dort selbst hinzureisen, danke dafür!
    Mach also weiter so wie du bist – gerade deine kritischen Artikel gefallen mir und heben dich von dem Brei ab!

    Liebe Grüße,
    Katharina

  18. du hast es wirklich auf den punkt getroffen :) aber ich muss sagen (wie schon in den ein oder anderen kommentar erwähnt) ich nüzte diese gestellten Instragrammtauglichen Reiseberichte oft als Inspiration u zum Träumen :)
    alles andere wurde schon in den anderen kommentaren erwähnt :)
    hoffe deinen blog gibt es noch ganz lange und freue mich auch solch kritischen texte!
    top
    glg katy

    http://www.lakatyfox.com

  19. liebe anna, du hast so recht! das ist leider eine sache, die mich schon länger ärgert und nervt. ich denke, dass die blogs eben so erfolgreich geworden sind, weil man als leser das gefühl hatte, authentische tipps zu erhalten. aber leider ist das überhaupt nicht mehr der fall. auf allen meinen früheren lieblings-blogs sehe ich unter beinahe jedem post “in freundlicher zusammenarbeit mit” oder “danke an (hotel xy) für den aufenthalt”. tatsächlich scrolle ich oft sofort zum ende, um zu sehen, ob es sich hier um eine “echte” empfehlung handelt oder nur um werbung.
    deinen blog lese ich immer gerne, weil ich eben nie das gefühl habe, dass du mir etwas verkaufen möchtest :)
    liebe grüße, sarah

  20. Liebe Anna,

    ich kann TOTAL nachvollziehen, was Du meinst. Ich benutze auch instagram, snapchat und Co., lese Blogs, aber mich können die ganzen “Influencer” schon lange nicht mehr beinflussen, zu plump sind die ganzen schicken Blogs und Feeds mittlerweile aufgebaut, alles ist nur noch aufs langweiligste gestellt, alles schon gefiltert und “kuratiert”. Und ich komme mir verschaukelt vor, wenn plötzlich alle Influencer / Blogger im gleichen Luxus-Hotel in Marrakesch oder Santorin absteigen und in den gleichen Restaurants ihre Food-Pics machen oder sich von hinten vor blauem Meer fotografieren lassen oder das gleiche Label tragen.

    Zudem, wie Du auch angedeutet hast, kommen mir 99 % der Blogger sehr abgehoben vor und das macht die ganze Sache / das Produkt für mich noch unsympathischer / unattraktiver.

    Diese ganze Branche ist mittlerweile, um es jetzt mal ganz ganz negativ auszudrücken: verseucht und geheuchelt. Am liebsten lese ich daher Blogs von “echten” Hobby-Bloggern (und es gibt so viele schöne unabhängige Blogs, man mag es kaum glauben). Ich selbst zähle mich auch zu dieser Kategorie. Ich könnte mir so ein Influencer-Dasein für mich nicht vorstellen, da ich das Gefühl hätte, mich selbst verleugnen zu müssen, um mitzuhalten mit der Konkurrenz. Daher beantworte ich auch 99% der Einladungen und Anfragen negativ. Ih mogs net. Aufsteigen in den Influencer-Olymp. No, thank you.

    Liebe Grüße aus Frankfurt
    Anna

  21. Liebe Anna,
    ich verstehe deine Kritik und dein Blog wirkt wesentlich glaubwürdiger – aber du hast eben auch das Privileg, nicht davon leben zu müssen. Viele Menschen kommen nicht aus reichem Hause…

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      Liebe Lila,

      danke! Aber deswegen ist es dann legitim, Lügen zu verbreiten und seine Meinung kaufen zu lassen?

      Liebe Grüße!
      Anna

  22. Liebe Anna,
    ich bin eigentlich nicht ein typischer Blogleser. Eine gute Freundin, die selber einen tollen Blog hat, hat mich auf deinen gebracht. Ich mag die Art wie du Themen angehst, nie hat man das Gefühl da wird irgendwas dahingeschrieben, weil man dadurch einen Nutzen hat. Es ist die Mischung, die deinen Blog so aussergewöhnlich macht. Ich freu mich jedes mal auf deinen neuen Blog, lerne neue “schöne Dinge” und Plätze kennen….ich denke auf Dauer werden nur diese, ihren Platz im www behalten. Ich freue mich, wenn du deinen Blog nicht ganz vergisst. Lieber wenige aber gute Berichte….es ist wie bei einer schönen Tasche, man wartet gern, wenn das Ergebnis dann der Vorstellung entspricht.

    1. Post
      Author

      Liebe Susanne,

      vielen herzlichen Dank! Danke auch an deine Freundin! :)
      Du hast vollkommen recht, ich denke auch, dass eher “Hobby-Blogs” überleben werden und alles andere sich auf Instagram verschiebt… Wir werden es sehen!

      Liebe Grüße,
      Anna

  23. Hallo Anna,
    ich habe heute erst deinen Blog entdeckt und bin dann auf diesen Post gestoßen. Es ist toll, dass dieses Thema mal angesprochen wird.
    Ich bin zwar erst 15 Jahre alt, blogge aber auch schon ein paar Jahre (aber eben nur zum Spaß). Demzufolge lese ich natürlich auch fleißig bei anderen Bloggern und inzwischen stört mich da wirklich einiges. Diese ständige Jagd nach Kooperationen, egal wie groß oder klein der Blog ist. Eigentlich schreiben die meisten gar nicht mehr für die Leser, sondern eher für potenzielle Kooperationspartner und die will man natürlich nicht verärgern.
    Gerade beim Thema reisen fällt es mir immer wieder auf. Da fliegen sie für drei Tage um die halbe Welt, in Hotels, die sie sich persönlich gar nicht leisten können und geben dann Empfehlungen. Und auf allen einschlägigen Blogs finden sich die gleichen Ziele. Für mich ist dies eher abschreckend. Mein Papi hat das ganz treffend formuliert, er ist der Meinung das Blogger teilweise wie Heuschrecken über irgendetwas herfallen, es “kaputt” machen und dann weiterziehen. Das ist sicher etwas radikal ausgedrückt, aber bei vielen Dingen, nicht nur bei Reisezielen, auch bei Gewinnspielen, Adventskalendern etc. empfinde ich es mittlerweile ebenso.
    Und wie du auch betont hast, passen die Produkte oder die teuren Hotels nicht immer zum Background des Bloggers. Ich schreibe auch über unsere Reisen auf meinem Blog, aber sie sind halt auch immer von uns (naja, von meinen Eltern) bezahlt. Wir haben im Sommer einen Roadtrip durch Südfrankreich unternommen und haben auf dem Rückweg in Vichy halt gemacht. Ich hatte auf einem Blog über die Stadt gelesen und da klang alles recht hübsch. Die Realität sah sehr viel anders aus und wir waren schon sehr enttäuscht. Wäre man mit einer anderen Erwartung dort hin gefahren, wäre die Enttäuschung wahrscheinlich gar nicht so groß gewesen. Den besagten Blog schaue ich mir nicht mehr an und würde dieser Bloggerin auch kein Vertrauen bei anderen Bewertungen entgegenbringen. Wie heißt das Sprichwort so schön: Wer einmal lügt… ;)
    Oh, jetzt ist mein Kommentar etwas lang geworden. Also, lange Rede, kurzer Sinn: Toll, dass du es angesprochen hast! Jetzt lese ich bei dir mal noch ein bisschen weiter… :)

    LG von Charli

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